Zähne ziehen für ein schönes Lächeln? Nein Danke!

Zähne ziehen für ein schönes Lächeln? Nein Danke!

Viele Erwachsene erinnern sich noch gut daran, dass früher oft gesunde Zähne gezogen wurden, um Platz im Kiefer zu schaffen. Wer eine gerade Zahnreihe wollte, musste dafür häufig zwei oder vier Zähne opfern. Heute stehen deutlich schonendere Möglichkeiten zur Verfügung, die den Erhalt der eigenen Zähne in den Mittelpunkt stellen.

Ein vollständiges Erwachsenengebiss besteht aus 32 Zähnen. Im Idealfall greifen Oberkiefer und Unterkiefer beim Kauen und Abbeißen sauber ineinander. In der Realität ist das jedoch nicht bei jedem Menschen so. Manche Kinder entwickeln Schneidezähne, die nicht in der Reihe stehen, und auch bei Erwachsenen können sich Zahnreihen nicht richtig schließen. Das kann das Kauen erschweren und im Alltag belasten.

Früher wurden bei Platzmangel oft Zähne entfernt und die restlichen Zähne anschließend mit festen Spangen bewegt. Heute versucht man, Eingriffe dieser Art möglichst zu vermeiden. Denn Zähne haben weit mehr Aufgaben als nur zu kauen. Sie beeinflussen das Schlucken, die Atmung, die Sprache, die Bewegungen der Lippen und sogar die Körperhaltung. Auch kleinste Veränderungen im Zusammenbiss wirken sich auf die Gelenke und die Muskulatur im gesamten Kopf- und Nackenbereich aus.

Moderne Methoden arbeiten mit kleinen Stützen im Kieferknochen, auf denen Kräfte gezielt ansetzen können. Damit lassen sich Zähne bewegen, ohne dass gesunde Zähne als Gegenzug dienen müssen. Auch Geräte, die von außen nicht sichtbar sind und Backenzähne langsam nach hinten führen, gehören heute zum Standard. Solche Verfahren vermeiden in vielen Fällen das Ziehen von Zähnen und liefern dennoch stabile Ergebnisse.

Auch funktionelle Ansätze, die mit Übungen für Zunge, Wangen und Lippen arbeiten, zeigen besonders bei Kindern gute Erfolge. Sie unterstützen das Wachstum und können helfen, die Stellung der Zähne dauerhaft zu verbessern.

Grundsätzlich gilt: Eine Anpassung der Zahnstellung ist in jedem Alter möglich. Wichtig ist eine individuelle Einschätzung, welche Methode für Sie sinnvoll ist und welchen Weg Sie ohne unnötige Belastungen gehen können.

Quelle: Tagesspiegel, Bild: iStock